Zeughaus

Im Südosten der Schloßanlage steht das imposante 112 Meter lange Jagdzeughaus mit dem vorgelagerten Oberjofjägermeisterhaus. In seiner Erstfassung von 70 Metern Länge wurde es durch Landgraf Ernst-Ludwig ab 1688 erbaut, die für das Eingestellte Jagen erforderlichen Jagdutensilien wie Lappen, Netze und Leinwände unterzubringen.


Das zunächst einstöckige Jagdzeughaus erfuhr 1741 eine Verlängerung auf seine heutigen 112 Meter, wurde aufgestockt und mit dem charakteristischen Mansarddach versehen. Möglicherweise standen diese Umbauten bereits im Zusammenhang mit der militärischen Nutzung des Gebäudes, von der spätestens seit Mitte des 18. Jahrhunderts neben der Nutzung als Jagdzeughaus auszugehen ist. Ein dritter Umbau veränderte 1791 die innere Raumstruktur für die kurzfristige Unterbringung eines Reiterregiments. 

1958 wurde das vom Abriß bedrohte Gebäude durch die Stiftung Hessischer Jägerhof erworben, um es zu sanieren und zu erhalten. Es diente über Jahrzehnte als Jagdschule des Landesjagdverbandes Hessen sowie als Fundus des Museums Jagdschloß Kranichstein.

Von 2003 bis 2007 wurde das Gebäude mit Mitteln des Landes Hessen, der Stadt Darmstadt sowie der Stiftung Hessischer Jägerhof umfassend saniert und für eine Landesjagdschule des Landesjagdverbandes mit Übernachtungsmöglichkeiten und gastronomischen Angebot hergerichtet. Am 28. September 2008 wird hier auf 500 qm Fläche das bioversum Kranichstein – Museum biologischer Vielfalt eröffnet.
www.bioversum-kranichstein.de