Historische Parkanlage

Das um 1580 erbaute Jagdschloß Kranichstein mit seinem idyllischen Schloßpark liegt innerhalb einer malerisch gestalteten Jagdlandschaft mit Wäldern, Wiesen und Teichen. Kunstvoll angelegte Sichtschneisen, Jagdhäuser, Saufanghäuschen sowie Flur- und Naturdenkmäler dokumentieren 400 Jahre fürstliches Jagdvergnügen  und Repräsentationsbedürfnis der Landgrafen und Großherzöge von Hessen-Darmstadt. 

Der Backhausteich, im Sommer mit Seerosen bewachsen, wurde im 16. Jahrhundert von Landgraf Georg I. zur Fischzucht angelegt, ebenso ein umfriedeter Tiergarten zur Aufzucht und Pflege des Wildes, dessen Gestaltung in den folgenden Jahrhunderten mehrfach verändert wurde und von dem heute noch die nahegelegene Fasaneriemauer zeugt.

Im 18. Jahrhundert wurde unter den ‚Jagdlandgrafen’ Ernst- Ludwig und Ludwig VIII. die Landschaft mit Allee- und Schneisensystemen gegliedert. Diese Sichtachsen dienten der Verfolgung des Wildes bei den aufwendigen barocken Hetzjagden, der ‚Parforce’-Jagd und dem ‚Eingestellten Jagen’, erleichterten aber auch die Waldbewirtschaftung. Ein fächerförmiger Schneisenstern führt noch heute vom Rondell des Jagdschlosses in die Landschaft, sichtbares Zeichen nicht nur fürstlicher Jagdpassion, sondern auch eines von Naturbeherrschung geprägten absolutistischen Gestaltungswillens nach französischem Vorbild.

Zur Jagd auf exotisches Federwild in freier Wildbahn ließ Landgraf Ernst-Ludwig eine „wilde“ Fasanerie anlegen, die noch heute als ummauertes Waldstück erhalten ist. Eine „zahme“ Fasanerie zur Aufzucht der edlen Vögel lag bis 1830 unmittelbar am Jagdschloß. An dieser Stelle entstand im 19. Jahrhundert ein englischer Landschaftsgarten als Teil der großherzoglichen Sommerresidenz Kranichstein, der noch heute zum Lustwandeln einlädt.

Geführte Spaziergänge im Grünen, Wanderungen auf dem jagdkundlich-historischen Lehrpfad sowie die umfangreiche Sammlung des Museums Jagdschloß Kranichstein lassen die wechelvolle Geschichte dieses Ortes wiederaufleben.